-OUTSIDERISM
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Die Anti-Authenzititätsschule - Eine Kunstproduktion
Video / Performance / Zeichnungen / Installationen
Kunstkredit Basel / 2008
SIWSS ART AWARD 2009

 


In MYSELF AS OUTSIDER-ARTIST  ging es um die ärztliche Definition des Begriffs „Outsider-Ismus“ oder „Art Brut“ in ein experimentelles System zu überführen. Ein selbsterfundenes Regelwerk.

Ein temporäres Atelier oder der Rahmen einer Video-Show dient als Szenerie dieses ergebnisoffenen Herumschraubens an postproduktivistischen Kunstmitteln. Die Kunst-Akteurin liefert sich darin mehrere Wochen oder Monate lang ihrer Selbstreferenzialität eines zustandbezogenen Bildschaffens aus. Die Schaufenster des Atelier, das sich in einem ehemaligen Laden befindet wurden seitenverkehrt beschriftet, um die BesucherInnen hereinzulocken. "Der vergebliche Versuch, beim Blick aus dem Fenster in kreative Bestützung zu fallen", ist der Titel.

Die geschaffenen Art-Fakte bestehen aus einer auditiven Installationen zur Selbst-Anleitung, künstlerische Training-Videos mit den Titeln „Bildverfahren zur Aufzeichnung von beschissenen inneren Bedingungen zur Entstehung eines schöpferischen Drangs“ und „Sinnerhaltende Tätigkeiten“ oder Video-Performances „Denkendes Wesen in Schwierigkeiten“, zustandsbezogene, Zeichnungen zum Thema Gedanken und Ausdruck. Entstehen in Folge 4 Videos und eine weitere Installation "Spinn-Doctor" mit einem Kugel-Roboter und anderen Kunsterzeugnissen. Die Videos sind nach psychischen Strategien gegliedert: Depression, Neurosen, Schizophrenie und Narzissmus. Dabei verwandelt sich der Text aus ärztlichen Gutachten
in einen absurden Beurteilungskatalog für Kreativität. Es bleibt der Kunst-Akteurin nur der Wunsch nach einer absoluten, künstlerischen Freiheit. Steht diese Kunst nicht unter Verdacht, nur zu Therapiezwecken zu dienen oder gar nur Requist zu sein? Jein!

 

Mit freundlicher Unterstützung: Kunstkredit Basel-Stadt 2008, Simone Fuchs, Dr. Schocko Ramones,

Marcel Schwald, Bernd Schurer, Janet Chifferi, Philipphe Cabane, Hl. Malafiz Fätztüüfel,

Herr Stiefel, Udo Riff und alle Insassen der Kunstvollzugsanstalt


Publikation:
Forum für Kunsttherapie / 25., Heft 2 2011 / Christine Reiser



 

Foto / Zeichnungen: © Ariane Andereggen

 

 


 

ES MACHT SICH VERSTÄNDLICH ABER ES SPRICHT NICHT!

Format: miniDV / DVD Stereoton / farbig / Loop

Lenght: 9 Min.

Text / Performance: Ariane Andereggen

Production: © SECOND ART WORLD 2009


Videografie & Prize:

SWISS AWARDS eidgenössischer Wettbewerb für Kunst 2009 

Studio-Show / Basel 2009

2015 How To Be yourself / Ausstellungsraum Station 21 / Zürich


 

 
 

ART IS SUCH A LOUD VOICE / 32 Instructions for Art-Actors


Die Audio-Spur ist Teil einer Installation.

Eine Stimme schlägt vor: " Wie wäre es wenn 

du selbst über die Erkenntnis staunen würdest, das das Irresein immer die Arsch-Materie ist und sorgfältig die Umstände dieser Entdeckung notieren würdest? 

Die Entdeckung das in diesem schwarzen Leben 

der ganze Mensch auf sehr wenig reduziert ist 

durch die metaphysische Gewalt die ihm angetan wird?" 


Grundlage der Texte sind Lebensläufe von InsassenInnen von Psychiatrien, deren kreatives Potenzial von Ärzten und Kunstwissenschaftler untersucht wurde. Interessant ist die Art und Weise der Formulierung schöpferischer Tätigkeit durch die sogen. gesunden TeilnehmerInen der Gesellschaft.


Länge: 17" Loop

Jahr: 2008

Stimme: Ariane Andereggen

Dank: Bernd Schurer / Ursula Reiter

Produktion: © secondartworld 2008

Foto © Simone Fuchs
Wie wäre es wenn du nicht mehr wüsstest ob du in Versailles oder Marseille geboren bist?
Wie wäre es wenn du unerträgliche Kopfschmerzen nur durch Anlehnung an eine Mauer dein Körpergefühl wiederherstellen könntest? 

Wie wäre es wenn du dich von allen Fesseln befreit hättest, von jeder Zensur durch Tagebuchschreiben und einen Blick gefunden hättest der ohne Nachsicht alle gesellschaftlichen Einrichtungen erfasst? 

Wie wäre es wenn du das Resultat einer langen Verdauung wärst? 
Eine Entleerung, ein Rest, den man auf das Papier wirft? 
Wie wäre es wenn du aus der Tiefe deines Elendes, eingemauert in die Einsamkeit deiner Kunst-Wehen, durch unaufhörliche Arbeit, Arbeit einer Frau die gebärt, die Gewissheit gewinnen würdest, das dein geduldiges Irresein ein Teil unserer Wirklichkeit ausdrückt?
Wie wäre es wenn du bis zuletzt an deiner Identität festhalten würdest?
Wie wäre es wenn du beim zeichnen sagen würdest: Sie können sich gar nicht vorstellen, wie man dabei seinen Kopf anstrengen muss um nichts zu vergessen,  man würde sicher verrückt darob wenn man es nicht schon wäre?
Wie wäre es wenn du dir eine Welt erschaffen würdest, um den Verlust einer früheren zu kompensieren, an deren Wirklichkeit du zerbrochen bist?
Wie wäre es wenn du von einer Frau verfolgt werden würdest und zwei Weltkugeln verfertigt hättest und dabei alle Gewalttätigkeit vergessen könntest?
Wie wäre es wenn du Teufelchen zwischen die Seiten eines Buches streuen würdest und sie nachher zusammennähen würdest, damit die Teufelchen gefangen sind?
Wie wäre es wenn du das Resultat eines langen rätselvollen Lebens wärst?
Wie wäre es wenn du alle Eingliederungsversuche abwehren würdest und oft still in deinem Zimmer sitzen würdest, um an deiner Kleidung Änderungen vorzunehmen, Dinge zu sortieren oder Bildchen zu rahmen?
Wie wäre es wenn du sehr lange an einem Ozean malen würdest und du dich mit lauter Stimme dagegen verteidigst keine Kuh gestohlen zu haben?
Wie wäre es wenn du deine Sehnsucht nach Haltepunkte in deinem Leben in einen bunten Musterteppich einweben würdest?
Wie wäre es wenn Liebe für dich eine rein visuelle Empfindung wäre?
Wie wäre es wenn du genau wüsstest wie man den Frieden auf der Welt verbreitet und alles anrühren würdest, alles zerbrechen und Schlüssellöcher verstopfen würdest bevor du als Bildsäule erstarren würdest?


Text-Auszug: Myself as Outsider-Artist, „32 Instructions for Art-Actors“
Second Art World © 2009
Foto / Zeichnungen: © Ariane Andereggen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
-OUTSIDERISM - Studio
Foto / Zeichnungen: © Ariane Andereggen